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Entstehung des Didgeridoo - Sagen?

Das genaue Alter des Didgeridoos ist nicht bekannt. Erste Hinweise auf ein Didgeridoo liefern über 40.000 Jahre alte Wandbemalungen. Man sagt aber, es sei das älteste Blasinstrument der Erde.

Über die Entstehung gibt es mehrere Sagen verschiedener Stämme. Das Didgeridoo wurde vor langer Zeit entweder erschaffen oder vom Großen Geist empfangen.

„Im Norden Australiens, wurden zwei junge und schöne Mädchen von einem gemeinen Riesen gefangen genommen, der sie als seine Frauen haben wollte. Nach einer gewissen Zeit gelang es den Mädchen zu fliehen und eilig hasteten sie zurück zu ihrem Stamm. Der gemeine Riese war verärgert als er entdeckte was geschehen war und machte sich auf, dass einzufordern was er als sein Eigentum ansah.

Mittlerweile setzten die Älteren des Stammes der jungen Mädchen eine Falle für den Riesen. Sie hoben eine Grube aus, die entlang des Pfades lag, der zum Dorf der Mädchen führte. Der Riese, außer sich vor Wut, fiel in die Grube und wurde sofort von herannahenden Jägern des Stammes, die sich in der Nähe versteckt hatten, mittels Speeren getötet. Als er sich zusammenrollte, sah er fast aus wie ein Stachelschwein, begann er auf seinem Penis zu blasen, dabei erzeugte er einen erstaunlich dröhnenden Laut. Die Jäger versuchten diese Sounds zu kopieren, wegen mangelnder Verfügbarkeit suchten sie nach einem großen hohlen Baumstamm, welchen sie auch fanden, er war von Termiten ausgehöhlt worden.

Durch das Einblasen in ein Ende des hohlen Stammes, erzeugten sie die gleichen Geräusche wie der Riese in seinem Todes Kampf.“

„Am Anfang erschuf der Große Geist Byamee Mann und Frau. Er übertrug ihnen die Verantwortung, die Tiere und Vögel zu erschaffen. Sie formten sie singend oder Didgeridoo spielend.“

„Die Berge, Bäume und das Gras wurden von einem Didgeridoospieler, einem Schlagholzspieler und einem Sänger erschaffen“

 

Wie man das Didgeridoo spielt

Die Technik mit der man das Didgeridoo spielt, ist verglichen mit anderen Instrumenten, einzigartig. Man muss mit lockeren und vibrierenden Lippen in das Didgeridoo blasen, in etwa so wie ein Pferd wenn es schnaubt. 

Um den Grundton zu erzeugen, wird mit einem leichten Druck gegen die Lippen geblasen, so dass diese leicht vibrieren können. Klingt das ganze mehr wie eine Trompete so ist der Druck zu hoch und muss reduziert werden. Es sollte ein tief gestimmter Ton ertönen.

Um nun verschiedene Töne zu erzeugen kann mit verschiedenen Mitteln gearbeitet werden:

Formen der Lippen, spielen sie mit ihren Lippen, formen sie Buchstaben wie aaahhh, ooohhh, uuuhhh...alles ist möglich solange der Ton nicht abreisst.

Zunge, spielen sie mit ihrer Zunge im Luftstrom, lassen sie die Zunge gegen die Lippen klopfen und schon imitieren sie das Hüpfen eines Kängurus.

Sprache, alle Wortlaute können ins Didge gesprochen werden, durch unterschiedliche Betonung lassen sich die Möglichkeiten nochmals variieren.

Einsatz des Zwerchfells und das Spielen aus dem Bauch, hierdurch wird ein hoher Druck erzeugt der einen ganz eigenen Ton erzeugt.

Auspressen der Backen, schlagartiges auspressen der Backen bringt einen „quack“ Laut hervor.

Die Zirkularatmung, also der unendliche Ton, ermöglicht es dem fortgeschrittenen Spieler ohne abzusetzen, bzw. den Ton abreissen zu lassen, Töne und Melodien zu gestalten. Hierbei werden die Backen als Luftreservoir benutzt. Durch langsames auspressen der Backen, bekommt der Spieler die Möglichkeit gleichzeitig wieder Luft durch die Nase anzusaugen.

 

Herkunft des Didgeridoo 

Beim Didgeridoo handelt es sich um ein sehr altes Holzblasinstrument der australischen Ureinwohner, den Aborigine. Das schwingende und somit tonerzeugende Element sind die Lippen, das Holz Rohr bildet den Resonanzkörper. Als Rohr werden von Termiten ausgehöhlte Baumstämme oder Äste verwendet. Die Termiten fressen das Kernholz, meiden aber die für sie giftige Borke, die sehr viele Bitterstoffe (Tannine) zum Schutze der lebenswichtigen Wasserleitgefäße enthält. So entstehen Rohre, deren Form und Ausmass vom Fresseifer der Termiten abhängt. Die Schwierigkeit ein gutes Didgeridoo zu bauen, besteht deshalb nur darin, ein gutes zu finden!

 

Wie findet man ein Didgeridoo?

Ein Aborigine wandert normalerweise meilenweit durch den Busch um ein Didgeridoo zu finden. Er fällt nicht einfach solange Bäume bis ein ausgehöhlter dabei ist, da ihnen die Bäume heilig sind. Man sagt ihnen nach, sie könnten die Termiten riechen, andere wieder könnten an der Form des Baumes und seiner Blätter sehen, welche ausgehöhlt sind. Ebenso wird mit Hölzern gegen die Bäume geschlagen um zu hören welche hohl sind.

Je nach Region werden verschiedene Hölzer verwendet:

Nord-Nordwesten:

Wollybutt (Eucalyptus mineata) Stringy Bark (Eucalyptus tetrodonta)

Zentral Australien:

Ironwood (Acacia estrophiolata)

Südaustralien:

Yellow Box Gumtree Bloodwood, Wottle

Ganz Australien:

River Red Gum (Eucalyptus camaldulensis)

 

 

Interessante Dinge um's Didgeridoo

Das Mundstück ist aus Bienenwachs geformt. Das Didge produziert einen kontinuierlichen, dröhnenden Sound welcher verwandt ist mit den Klängen Tibetanischer Mönche auf ihren Trompeten. Sie benutzen auch die gleiche Atemtechnik um ihre Trompeten zu blasen, genannt „circular breathing“ oder auch der „unendliche Ton“. Hierzu inhaliert der Spieler durch die Nase während er gleichzeitig durch den Mund in das Instrument bläst. Diese schwierig zu lernende Technik ist auch in der mongolischen Kunst des Oberton Sing Sangs bekannt.

Jedes Instrument das nicht wirklich von Termiten ausgehöhlt wurde sollte nicht Didgeridoo genannt werden, da es anders hergestellt wurde und nicht original ist, ist es eine andere Form von Instrument.

Die Didge's variieren in ihrer Form und die Länge kann von nur 20cm bis 5m sein. Diese langen Instrumente wurden von mehreren Männern auf den Schultern getragen und waren meist speziellen Zeremonien gewidmet.

Jedes Didgeridoo ist einzigartig und hat seinen eigenen Klang. Dies ist nicht nur wegen der verschiedenen Hölzer, Längen und Weiten des Instrumentes. Auch wegen der Buckeln und Beulen welche von den Termiten innen im Didgeridoo geschaffen wurden. Diese erzeugen Resonanz Töne die es einzigartig machen.

Traditioneller Weise wurde das Didgeridoo nur im Norden Australiens gespielt, auf unterschiedliche Weisen im Osten und Westen.

Es wird in Zeremonien eingesetzt, aber auch als Begleitinstrument für Lieder.

Diese Lieder erzählen über die Geschichte oder Mythen und können bis zu 300 Strophen und Teile haben. So werden Dinge beschrieben die geschehen sind, oder Orte wie ein Wasserloch zu Zeiten der Reisen der Vorfahren. Dies ist für Aborigines die Art und Weise ihren Weg durch das Land zu finden. Natürlich können die Lieder auch die Basis für eine Zeremonie bilden. Das Didgeridoo repräsentiert dann die Stimmen von Geschöpfen aus der Zeit vor der Zeit. Ebenso können sogenannte Clapsticks (Bilma's) = Klanghölzer diese Lieder begleiten. Auf diese Weise werden Stammes Traditionen und Gesetze weitergegeben.

Das Didgeridoo ist nicht, wie viele Menschen glauben, ein Instrument um über große Wegstrecken zu kommunizieren. Hierfür benutzen die Aborigines den sogenannten Bullroarer. Das ist ein Stück Holz, geformt wie ein Fisch, dass an einem straffen Seil hängt und zum rotieren gebracht wird. Ein mächtiger und gewaltiger Ton ist das Ergebnis und kann als Nachrichten Übermittler benutzt werden.

  
Andere Bezeichnungen des Didgeridoo

Der Name ist wahrscheinlich eine europäische Wortprägung mit lautnachahmender (onomatopoetischer) Absicht. Heute sind etwa 40 verschiedene Namen für dieses Instrument bekannt, was auf die sprachliche Vielfalt der Ureinwohner Australiens hinweist. Sehr verbreitet bei den Ureinwohnern, den Yolngus, ist auch der Name „Yidaki“. Andere Namen sind Kanbi, Mago, Arawi, Djalupu, Djampun, Djubinj, Ganbag, Gamalag, Magu, Maluk, Jhambilbilg und Yiraga. Alle diese Namen stammen aus dem Norden (Arnhem Land), dem Nordwesten (Kimberleys) und den vorgelagerten Inseln.

   

Die Australische Aboriginekultur

Australische Aboriginekultur ist die älteste lebende Kultur auf unserem Planeten. Neueste Thermolumineszenszverfahren und andere moderne Datierungstechniken haben die Anwesenheit in Australien auf über 60.000 Jahre zurückdatiert.

Das Kennzeichen der Aboriginekultur ist das Einssein mit der Natur. Für die Aborigines ist die Landschaft ihre Bibel. Jeder auffällige Stein, jede Schlucht, jeder Fluss, Wasserfall, jede Insel, jeder Strand sowie Sonne, Mond und Sterne erzählen ihre eigene Geschichte ihrer Erschaffung und ihrer Verbundenheit miteinander. Den Aborigines sind sie alle heilig. Sie sind, was Göttlichkeit ausmacht.

Aus dieser tiefen Verehrung der Natur heraus haben die Aborigines gelernt, in Harmonie mit dem Land und den Tieren zu leben. Es ist die einzige menschliche Gesellschaft, die dies geschafft hat, ohne ihre Umwelt, ihre Nahrungsquellen oder sich gegenseitig zu zerstören.

Unsere moderne Welt kann sicherlich eine Menge von diesem Volk und seiner Lebensweise lernen.

Die australischen Aborigines haben schon immer als Nomaden gelebt, indem sie den Jahreszeiten und der Nahrung folgten.

Mit nur wenigen einfachen Werkzeugen, die sie mit unglaublicher Geschicklichkeit benutzen, haben die Aborigines gelernt, in dem rauhen unwirtlichen australischen Outback zu leben. Es ist gut denkbar, dass die ersten Aborigines in Australien die alten australischen Großlebewesen - riesige Kängurus, Wombats usw. - bis zu deren Ausrottung gejagt haben.

Vielleicht haben die Aborigines damals gelernt, auf die Naturschätze zu achten und zu neuen Jagdgründen weiter zu ziehen, bevor die alten ohne Aussicht auf Erholung ausgeschöpft waren.

Die Aborigines lebten in Höhlen und/oder in einfachen Hütten, die aus Rinden, Blättern und Büschen gemacht wurden. Sie besaßen niemals mehr als die notwendigsten Werkzeuge, weil sie immer ihre gesamte Habe mit sich herumtragen mussten.

Ein echter Aborigine überlegt es sich nicht zweimal, bevor er seinen brandneuen Geländewagen stehen lässt, wenn das Benzin ausgegangen ist. Er geht einfach mit seinem Speer und Bumerang weiter.

Aborigines teilen nämlich unsere Ansicht über materiellen Besitz nicht. Bei den Aborigines wird alles mit jedem im Stamm geteilt und besonders die Vorstellung, dass jemand das Land „besitzen“ könnte, ist der Denkweise der Aborigines zutiefst fremd.

  

Kulturelle Bedeutung des Didgeridoo

Die Kultur der Aborigines kennt keine Schrift. Die mündliche Überlieferung ist demnach sehr wichtig. Es erstaunt nicht, dass die Ureinwohner oft singen. Tony, ein alter, weiser Yolngu (politisch korrekte Bezeichnung der Ureinwohner) von West Arnhemland, meint: „Wenn wir aufhören zu singen, gibt es uns nicht mehr!“

Ein Fest, wo die Yolngu tanzen und singen heißt „Corroberee“. Hier wird das Didgeridoo als Begleitinstrument eingesetzt. Eine wichtige Rolle spielt der Vorsänger. Oft spielt jemand auch Schlagholz (Clap Sticks). Das Didgeridoo gibt den Grundton für den Gesang. Der Rhythmus ist für uns oft nicht nachvollziehbar, weil dem Didgeridoospiel nicht sich wiederholende zweier, dreier, vierer usw. Metren mit einer bestimmten Geschwindigkeit, sondern Worte, resp. Silben zugrunde liegen. Der Didgeridoo-spieler spricht viel in sein Instrument, wohlverstanden während des Spiels. Er erzeugt somit eine Klangfarbe, die der lautnachahmenden Namensgebung des Didgeridoos gerecht wird.

Das Didgeridoo wird in der traditionellen Anwendung selten alleine gespielt. Es ist oder war in erster Linie ein Begleitinstrument zum Gesang. Heute wird es aber nicht nur „traditionell“ eingesetzt. Man hört z.B. Didgeridoo-Sessions ohne Gesang. In den letzten Jahren wurde viel experimentiert. Es gibt zahlreiche popige, experimentelle und folkige Produktionen. Das Didgeridoo wird auch an nicht öffentlichen Zeremonien gespielt. Über die Bedeutung und Funktion an solchen Anlässen weiß ich nichts zu berichten, da sei heilig und geheim sind.

Für bestimmte Anlässe werden die Didgeridoos mit Totemsymbolen geschmückt. Die Yolngu verwendeten Erdfarben: Rot (red ochre) und gelb (yellow ochre) aus Erdpigmenten, weiß aus Pfeifenton, und schwarz aus Holzkohle und Russ. Meistens wird die Bemalung nach dem Anlass abgewaschen, da die Motive religiösen Tabus unterliegen und nur von Initierten/Eingeweihten gesehen werden dürfen. Deshalb sieht man oft unbemalte Didgeridoos. Seit einigen Jahren ist die permanente Bemalung mit Acrylfarben populär und wird vor allem bei Didgeridoos angewendet. Oder mit Muster, die mit glühendem Draht in das Holz gebrannt wurden. Eher selten sind geschnitzte Muster. Das Schnitzen ist sehr anstrengend, da das Holz so hart ist.

 

 „Dreamtime“ (Traumzeit) oder „Dreaming“ (Das Träumen)

Der Ausdruck „Dreamtime“ (Traumzeit) wir meistens in Bezug auf „die Zeit vor der Zeit“ benutzt, oder auch „die Schöpfungszeit aller Dinge“ genannt. Während sich „Dreaming“ (Das Träumen) auf Individuen, den Glauben einer Gruppe/Stamm oder die Geistlichkeit/Spiritualität bezieht.

Als Beispiel, ein Aborigine kann sagen sein Stamm hätte „Das Känguruh Träumen“, das Hai Träumen, Honig Ameisen Träumen aber auch irgendeiner Kombination vom Träumen, dass seinen Ursprung in „Ihrem“ Land hat. Jedoch bezeichnen auch manche Aborigine die Erschaffung der Zeit als „Das Träumen“.

Was sicher ist, die „Geister/Seelen der Vorfahren“ kamen in menschlichen und anderen Formen zur Erde und dem Land, den Pflanzen und Tieren wurde ihre Form so gegeben wie wir sie heute kennen.

Diese Geister/Seelen etablierten auch Verhältnisse zwischen Gruppen und Individuen (egal ob Mensch oder Tier), und an Stellen wo sie über das Land reisten, oder Halt machten, erschufen sie Flüsse, Hügel etc. und oft sind Geschichten mit diesen Orten verbunden.

Als die „Geister/Seelen der Vorfahren“ ihre Arbeit getan hatten, verwandelten sie sich erneut. Jetzt in Tiere, Sterne, Hügel oder andere Objekte. Für Aborigines lebt die Vergangenheit bis heute noch und ist lebenswichtig, und so wird sie bis in die Zukunft Bestand haben. Die Geister/Seelen der Vorfahren sind nicht verschwunden, sie sind nach wie vor präsent in den Formen und Gestalten in die sie sich am Ende der „Traumzeit“ oder „Dem Träumen“ verwandelt haben, so wie es die Geschichten erzählen.

Die Geschichten wurden durch die Zeitalter weitergegeben und sind integrierter Teil einer jeden persönlichen „Traumzeit“.

Termiten - Die Didgeridoo Bauer

Echte Didgeridoos werden auf ganz natürliche Weise von Termiten ausgehöhlt. Termiten sind sehr lichtempfindlich und können nur in dunkler, leicht feuchter Umgebung leben. Im rauhen australischen Outback schaffen sie sich diese Bedingungen selbst durch den Bau von Termiten-Städten.

Ihre Kolonie ist von der Außenwelt abgeschlossen, sogar ihre „Straßen“ sind ganz geschlossen. Sie dienen als Futterstraßen und erstrecken sich vom Nest aus über 50m. Die Termiten können auch ebenso tief graben um Wasser zu finden. Ein einziges Termitennest kann über eine Million Bewohner haben. Ihre nächsten Verwandten im Tierreich sind nicht etwa Ameisen, wie oft bezeichnet als „White Ants“, sondern die Kakerlaken.

Termiten können nicht durch lebende Baumrinde bohren, sie müssen also einen anderen Zugang zum Inneren des Baumes finden. Sie folgen dabei einem Wurmloch oder graben einen Tunnel außen am Baum entlang, bis sie einen abgebrochenen Ast finden, der das Hartholz freilegt. Einmal im Inneren des noch lebenden Baumes, fressen die Termiten den Baum von innen auf.

Im Norden von Australien sind so Millionen von potentiellen Didgeridoos über Tausende von km² verteilt, gut verborgen in lebenden Bäumen.

 

Australische Kunst

Ein Aborigine macht keine Kunst, er erzählt seine Geschichte, erläutert die Geschichte oder die Traumzeit. Die wichtigste Motivation und Begeisterung Kunst zu erschaffen, ist die Weitergabe von Wissen. Sein Status wird dadurch festgelegt, wieviel Wissen er weitergeben kann und zu vermitteln vermag, nicht durch die Tatsache das er Künstler ist.

Dies ist der Grund dafür, warum Aborigines auch heute noch die gleichen Zeichen, Symbole, Ikonen, Motive und Muster malen wie sie es einst auf Waffen, Werkzeugen, Felswänden und Sandmalereien getan haben.b1

Die westliche Welt hat hierzu eine zweifelhafte Einstellung und Haltung, da es dadurch schwierig wird zu typisieren und einzuteilen. Ist es heutige moderne Kunst, authentische Aborigine Kunst oder einfach nur für Kunstmärkte hergestellte Gegenstände?

Dieses typisch westliche Denken ist den Aborigines vollkommen fremd. Er macht sich nichts daraus über Authentität, oder ob es ein Original ist, da sein Ziel immer die Weitergabe von Wissen ist.

Natürlich veränderte sich die Aborigine Kunst in ihrem Stil, da sie sich der technischen Entwicklung anpasste. Neue Materialien wie Acryl Lack seit etwa 1988, wodurch die Vielfalt an Farben zugenommen hat und weil wissentlich für die Öffentlichkeit gemalt wird.

Der Inhalt, die Bedeutung und der Ausdruck der Malerein hat sich jedoch nie verändert. Die Traumzeit, das persönlich Träumen sind immer noch die wichtigsten Themen. Am Anfang waren es nur Männer die malten, heute sind es mehr und mehr Frauen die zu Stift und Pinsel greifen.

Die meisten Zeichnungen sind auf Punkte und Kreise aufgebaut. Die Themen bei Frauen sind häufig bezogen auf das suchen und zubereiten von Essen, dem Land und dem eigenen Träumen.

Ihre Zeichnungen können auch durch Körperbemalungen Ausdruck gewinnen. Viele Künstlerinnen sind im Begriff neben den Punkt -und Kreiszeichnungen mit neuen Formen und Techniken aber auch strahlenden Farben zu experimentieren.

Die Zeichnungen der Männer sind öfters komplizierter Natur. Wichtige Themen sind die Geschichte der Ahnen und Vorfahren, die Wege die von den mythologischen Ahnen gegangen wurden als sie die Erde formten (auch Liederlinien genannt), persönlichem Träumen und zeremoniellen Themen. In den Zeichnungen der Männer erscheinen viele Symbole. Traditionellerweise sind diese Zeichnungen auf konzentrischen Kreisen und verbindenden Linien aufgebaut. Eine Person mit grossem Wissen über die gemalten Plätze und die sich treffenden und übereinstimmenden Träumen kann die Symbole auf die richtige Weise lesen. Er weiss wenn ein Kreis einen Lagerplatz, Wasserloch oder Feuerplatz darstellt. Die Zeichnungen schauen manchmal wie abstrakte topographische Karten, von oben gesehen, aus.

Das Malen wurde auch zu einer wirtschaftliche Form des Überlebens für die Aborigines. Es ist eine Art und Weise Geld zu verdienen, ohne dabei entgegen dem eigenen Lebensstil zu handeln: Eine Künstler zu sein, ist nichts spezielles was jenseits des alltäglichen Lebens liegt. Internationale Anerkennung und Würdigung ihrer Kunst und Kultur, gibt den Aborigines die wichtige Möglichkeit ihr kulturelle Zuversicht und Selbstsicherheit zu festigen und zu verstärken.

 

Die Rolle des Geschichten Erzählen

Das Erzählen von Geschichten ist ein integrierter Teil im Leben eines Aborigine. Von Kind auf, spielt das Erzählen von Geschichten eine lebenswichtige Rolle in der Erziehung und Bildung von Kindern. Die Geschichten helfen zu verstehen wie das Land geformt und bevölkert wurde; wie man sich zu benehmen hat und warum; wo man bestimmte Nahrungsmittel und Wasser findet...

Zusammengekauert um das abendliche Lagerfeuer, auf einer Expedition zu einem bevorzugten Wasserloch oder einer Stelle von spezieller Bedeutung, benutzen Eltern, Onkel, Tanten und die Älteren die Geschichten als Grundbaustein für das Wissen eines Kindes.

Wenn die Kinder ins jugendliche Alter kommen, wird mehr von der Geschichte und Kultur enthüllt. Erwachsene übernehmen dann die Verantwortung die Geschichten an nachfolgende Generationen weiterzugeben. Auf diese Art und Weise, wurden die Traumzeit Geschichten über tausende von Jahren weitergereicht.

© j.deppe 2009